Die Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e. V. feiert im Frühjahr 2007 ihr 50-jähriges Bestehen. Ursprüng-
lich schon 1920 auf Initiative von Martin Kreisig, dem verdienstvollen Gründer des Schumann-Museums und
Zwickauer Ehrenbürger, ins Leben gerufen, erlebte die Gesellschaft nach dem II. Weltkrieg eine Unterbrech-
ung ihrer Tätigkeit, begann aber 1949 im Rahmen des Kulturbundes wieder zu arbeiten. Am 14. März 1957
gründete sie sich erneut als Institution.
Im Vorfeld des I. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbes und des großen Schumann-Festes von
1956, die fast zeitgleich in Berlin und Zwickau stattfanden, war der namhafte Dirigent Hermann Abendroth
(1883-1956) um den Vorsitz der neu zu gründenden Gesellschaft gebeten worden und hatte sich zur Über-
nahme des Amtes bereiterklärt.
Infolge von Abendroths Ableben im Mai 1956 verzögerte sich der Gründungstermin. An seine Stelle trat der
Dresdner Musikwissenschaftler Prof. Dr. Karl Laux (1896-1978), der bereits der "alten" Schumann-Gesell-
schaft als Schriftführer gedient hatte. Bis 1976 als Präsident, bis zu seinem Tode im Juni 1978 als Ehrenprä-
sident, stand Karl Laux der Gesellschaft vor. Zu den wichtigsten Aktivitäten der Schumann-Gesellschaft in
diesen Jahren zählte die Ausrichtung von jährlichen Schumann-Musiktagen und die Mitgestaltung der seit
1963 in Zwickau beheimateten internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbe für Klavier und Gesang.
Zu den Negativpunkten muss die staatlich verordnete "Abschottung" von den Schumann-Freunden in West-
deutschland (die sich seit 1956 um die Frankfurter "Tochtergesellschaft", später auch um die Düsseldorfer
Gesellschaft scharten) gezählt werden, die letztlich die Zwickauer Gesellschaft zu einer reinen DDR-Vereini-
gung machte. Dass trotzdem die Atmosphäre der Zwickauer Musikfeste und -wettbewerbe eine offene und
freundliche blieb, steht auf einem anderen Blatt.
Laux' Nachfolger als Präsident wurde der Pianist Dieter Zechlin (geb. 1926). Er wurde wegen seiner zahlrei-
chen Berliner Verpflichtungen kaum im Leben der Gesellschaft wirksam (sieht man von seinem Juryvorsitz
bei mehreren Schumann-Wettbewerben ab) und legte im Januar 1990 alle Ämter nieder.
Ihm folgte mit Martin Schoppe (1936-1998) eine Persönlichkeit, die die Zwickauer Schumann-Pflege als Di-
rektor des Schumann-Hauses und langjähriger Vorsitzender der Schumann-Wettbewerbe mitgeprägt hat. Dem neuen Vorstand mit Martin Schoppe, Albrecht Hofmann, Gerd Nauhaus und Monika Mainz als geschäfts-
führendem Gremium, mit Oberbürgermeister Rainer Eichhorn und weiteren Persönlichkeiten als Vorstands-
mitgliedern oblag die Organisation der Gesellschaft als "eingetragener Verein" und ihre Öffnung für Mitglieder aus aller Welt. Heute zählen zum Kreis der Mitglieder neben Musikfreunden aus Zwickau und ganz Deutsch-
land namhafte Künstler und Musikwissenschaftler u. a. aus Argentinien, Belgien, Dänemark, China, Russland, Frankreich, Großbritannien, Mexiko, Kanada, Österreich, der Schweiz und den USA. Als sich Martin Schoppe Ende 1996 in den Ruhestand verabschiedete, verlieh ihm die Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft, die vor ihm u. a. der Dirigent Kurt Masur und gemeinsam mit ihm die Pianistin Annerose Schmidt erhielten.
Ihm folgte der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Helmut Loos (geb. 1950) als neuer Vorsitzender. 1998 wurde
der Vorstand um Vertreter verschiedener musikalischer Gremien und Institutionen erweitert. 2002-2006 wirkte mit dem Dirigenten MD Albrecht Hofmann eine verdienstvolle Persönlichkeit des Zwickauer Musik-
lebens als Vorsitzender der Robert-Schumann-Gesellschaft. Von 1977-1994 war er Musikalischer Oberleiter des Zwickauer Theaters und hat zahlreiche bekannte und unbekannte Schumann-Werke hier aufgeführt. Sein Nachfolger wurde der frühere Direktor des Robert-Schumann-Hauses Dr. Gerd Nauhaus. Mit ihm arbeiten im geschäftsführenden Vorstand Dr. Thomas Synofzik, Dr. Ute Bär und Martin John, während dem erweiterten Vorstand u.a. die Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß angehört. Heute veranstaltet die Robert-Schumann-Gesellschaft Konzerte, Vorträge und Tagungen, gibt durch den Vorsitzenden Dr. Gerd Nauhaus und die wissenschaftliche Sekretärin Dr. Ute Bär die Reihe Schumann-Studien im Studio-Verlag Dr. Gisela Schewe/Sinzig heraus, unterstützt die Herausgabe der Neuen Schumann-Gesamtausgabe und der Schumann-Briefedition und erarbeitet die Programme und inhaltlichen Vorgaben für die Zwickauer Musiktage bzw. Schumann-Feste und die Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbe für Klavier und Gesang sowie die Kandidatenvorschläge für den seit 1964 jährlich von der Stadt Zwickau verliehenen Robert-Schumann-Preis.
Die Gesellschaft wirkt ferner als Förderverein für das Robert-Schumann-Haus und unterstützt insbesondere
Ankäufe von Autographen und Dokumenten für das international bedeutsame Archiv des Hauses.
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