Als Zunfthaus der Tuchmacher wurde das Gewandhaus währ-
end der Blütezeit der Zwickauer Tuchmacherei für ihre Tuch-
schauen an der Stelle eines abgebrochenen älteren Kauf- und
Gewandhauses errichtet. Die Viermeister der Tuchmacher-In-
nung prüften hier die von den Zwickauer Tuchmachern gefer-
tigten Stoffe. Im Erdgeschoss waren unter anderem die Fleisch- und Brotbänke untergebracht, später auch die Stadtwache. Im
ersten Stock befand sich ein großer Saal, der zu Jahrmärkten
den Tuchmachern, Kürschnern, Schuhmachern und anderen
Handwerkern als Verkaufsraum diente. Bei schlechtem Wetter
wurde er aber auch als Exerzierlokal der Garnision und sogar
als als Lazarett in Kriegszeiten genutzt.
1812 wurde dieser große Saal durch Zwischenwände in zwei
Säle und mehrere Nebenräume unterteilt. Im größeren vor-
deren wurde 1823 das "Theater auf dem Gewandhaus" fertig.
Dieses Theater war jedoch nicht mehr als ein Provisorium.
Nachdem Baupläne für ein völlig neues Theatergebäude am
Geld scheiterten, wurde im Sommer 1855 schließlich ein Thea-
ter in die Längsachse des Gewandhauses gebaut, welches am
13. November die Gesellschaft des Hermann Meinhardt mit der
Oper "Die weiße Dame" von Boieldieu eröffnete. |